Kuckucksuhrenorgel

 

 


UA Lautsprechervariante 2007
in Schwetzingen. Kurator: Roland Quitt


Auftrag: Mannheimer Nationaltheater

UA Orgelpfeifenvariante 2017
in Schwerte. Kurator: Andreas Fröhling
Auftrag: ev. Kirche Westfalen

 

 

Kuckucke aller Länder vereinigt euch zu einem Lied

Die Kuckucksuhr bedient sich einer Vogelstimme zur Zeitansage. Zwei Töne des Kuckucks im Intervall einer kleinen Terz ertönen in der ursprünglicher Konstruktion mit Hilfe von Blasbälgen und Orgelpfeifen.

Die Kuckucksuhr mit ihren Verzierungen und bunten Schmuckelementen verbindet sich oft mit dem Bild eines Kitschobjektes. Im weitesten Sinne ist sie aber auch ein Klangobjekt mit eben diesen beiden Tönen.

In den 90er Jahren erhielt ich den Auftrag, für ein Theaterstück eine Kuckucksuhr zu entwerfen, die auf jeglichen Schmuck verzichten sollte. Die Bühnenkulisse stellte ein heruntergekommenes Wirtshaus in der Nachwendezeit dar. Die Uhr selbst sollte trostlos und trotzdem humorvoll wirken. So hielt sich der Kuckuck nie an irgendwelche Zeiten. Er öffnete seine Tür völlig zeitlos, schaute in der Gegend herum, ohne auf die vollen Stunden zu achten. Dann sang er auch nur, wenn er Lust hatte. Oft hustete er auch bloß oder gähnte vor sich hin. Dann wieder sang er irgendetwas, probierte andere Töne aus oder schaute einfach nur stumm dem Bühnengeschehen zu.

2007 baute ich für das Mozartfest in Schwetzingen mein erstes Kuckucksuhrenorchester.

Nach dem Motto "Kuckucke aller Länder vereinigt euch zu einem Lied" forschte ich nach Unterschieden in den Tonhöhen des Kuckucks in verschiedenen Regionen. In der Annahme, dass man die Kuckucke finden könnte, die man braucht, um Lieder zu spielen, vernetzte ich fünf (später sechs) elektronisch gesteuerte Kuckucksuhren mit je zwei andern Tönen. Die Vögel müssen sich nun „absprechen“, wann welche Tür zu öffnen und welcher Ton zu singen ist. Die Zeit wird immer nebensächlicher, nun geht es um den Klang, um das Lied.

Während das erste Kuckucksuhrenorchester aus elektronisch erzeugten Tönen bestand, wird mit der Kuckucksuhrenorgel der Ton auf akustische Weise mit Hilfe von Orgelpfeifen erzeugt. Um dem Ensemble den Charakter eines Instrumentes zu geben und um die Tonerzeugung sichtbar zu machen, sind die Orgelpfeifen nicht versteckt in der Uhr untergebracht, sondern außen am Gehäuse montiert.
Die Steuerung der Türen und Töne erfolgt elektronisch. So lassen sich ähnlich eines Orchestrions automatisch Musikstücke abspielen. Ein ausgeklügeltes Arrangement schafft trotz beschränkter Anzahl von Tönen, ein musikalisch ausgewogenes Klangbild. Jede Melodiebewegung, jeder Akkord kann nachvollzogen werden. Aufgrund der abwechslungsreichen Türaktionen entsteht eine amüsante Geschäftigkeit der Kuckucke. Die musikalische Aktion wird so mit viel Witz und Humor auch zu einem theatralischen Erlebnis. Verstärkt wird dies auch noch durch Nebengeräusche und Lautäußerungen, die ab und zu ertönen.

Die Kuckucke singen Stücke von Beethoven, Mozart, Schumann u.a. und können auch eigens für das Orchester komponierte Stücke aufführen. Meistens wird zu jedem neuen Gastspiel ein neues Stück eingeübt.

 

 

 

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