Friedhof    Leipzig - West     "Töne aus der Erde"


Dauerinstallation auf dem Friedhof Leipzig- Lindenau, Eröffnung 12. Mai 2000

Granitplatten werden in Schwingungen versetzt.
10 präparierten Granitplatten befinden sich als einzelne Gehwegplatten auf dem Boden. Ein mit Granitplatten verkleideter Block steht im Zentrum der Installation.
Durch die Anordnung der Platten am Boden wird der Klang direkt von der Erde aus nach oben abgestrahlt und verbleibt so am Ort, kann kaum “entweichen”. Der Platz wird nicht einfach beschallt und in eine diffuse Geräuschkulisse getaucht, sondern bleibt klar und akustisch offen. Durch diese Besonderheit ist es möglich, von einem Klang zum anderen zu wandern, Töne und Geräusche zu überblenden und zu mischen. Auch verschmelzen so Geräusche der Umgebung wie das Rauschen der Blätter oder das Zwitschern der Vögel mit den Klängen der Installation.

Man kann die Klänge auch fühlen, indem man die Säule im Zentrum berührt oder sich auf die einzelnen Klangplatten stellt. Die Schwingungen übertragen sich auf den Körper.

Die Anordnung der 10 Platten unterteilt sich in Gruppen zu 4+3+2+1

Vier Platten sind als Weg oder Linie angeordnet und lassen einzelne Töne erklingen. Dabei spielen sich die Platten sinnbildlich die Töne zu. Dialoge entstehen. Zufällige Wiederholungen lassen immer neue Varianten entstehen. Drei Platten, als Dreieck formiert, verstärken in Intervallen ein Rauschen. Das Auf - und Abschwellen erfolgt im Wechsel und wandert von Platte zu Platte. Das Rauschen wirkt abstrakt, erinnert vielleicht an Meeresrauschen oder an das Rauschen des Windes. Die zwei in einem größeren Abstand angeordneten Platten stehen in direktem musikalischen Zusammenhang. Je nach eingenommener Position zwischen den beiden Platten verändert sich auch das klangliche Panorama. Die einzelne 10te Platte schließlich ist sich selbst überlassen. Sie strahlt neben Klängen auch Geräusche aus der Umwelt ab.